Kornspeicher Nieder Ochtenhausen

Kornspeicher Nieder Ochtenhausen

Historisches Gebäude Regionalmuseum Rastplatz Veranstaltungssaal
Inhalt:

Seltenes Bauwerk mit einer bewegten Vergangenheit

Der Kornspeicher ist in seiner Bauweise einzigartig.

Der Speicher ist rund 18 m lang, 12 m breit und besitzt über dem Erdgeschoss drei Etagen mit großen Kornlagerböden. Besonders markant ist die Dachform, die auf allen vier Seiten in steilen Mansarden mit Lüftungsschlitzen zu einem Walmdach aufsteigt. Die auf vier mächtigen Holzständern ruhende Konstruktion aus schweren, ineinander verzapften Balken erinnert an Bauten auf französischen Gütern und ist ein hervorragendes Beispiel der Ingenieurskunst des 18. Jahrhunderts. Ähnliche Bauten sind in Deutschland sehr selten, in der Region zwischen Elbe und Weser gibt es nur dieses Bauwerk.

Die Geschichte des Kornspeichers beginnt mit der Moorkolonisation in der Region um Bremervörde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Der hohe Regierungsbeamte Christian Ludwig Albrecht Patje aus Hannover kaufte 1783 das Gut Nieder Ochtenhausen, um hier eine Mühle und Gewerbebetriebe zu bauen, die in großem Stile Speise- und Lampenöl, Graupen, Leder, Woll- und Leinentücher sowie Fässer herstellen sollten. Patje nannte dieses Unternehmen Fabrik.

Für die benötigten Rohstoffe benötigte er einen Speicher, welchen er am Eingang seines Gutes aufbauen ließ, welches wiederum er zu einer kleinen barocken Hofanlage mit Allee und einem neuen Wohnhaus herrichtete. Patjes große Pläne mit der Fabrik scheiterten, als 1797 seine Mühle zum Teil abbrannte. Der Speicher verlor seine Aufgabe als Lagerhaus. Fortan wurde das Gebäude als Stall und Kornspeicher genutzt.

Im Frühjahr 1932 stellte das Gut unter Major von Gruben den Speicher als Unterkunft für den freiwilligen Arbeitsdienst zur Verfügung, der in Nieder Ochtenhausen Deichbauarbeiten durchführte. Im zweiten Weltkrieg war der Speicher Lager für die Fremdarbeiter, die im Dorf auf den Bauernhöfen arbeiteten. Nach 1945 diente der Speicher als Flüchtlingsunterkunft und schließlich wieder der Kornlagerung.

Nachdem die Nutzung als Speicher nicht mehr nötig war, verfiel das Gebäude seit Mitte der siebziger Jahre zunehmend. Unter der Regie des Kultur- und Heimatvereins wurde es am alten Standort abgetragen und in der Mühlheimer Straße 11 wieder aufgebaut. Nach fast 10-jähriger Bauzeit steht es nun der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Die Nutzung des Kornspeichers erstreckt sich heute in vielerlei Richtungen.

Zum einen ist er für die Dorfbevölkerung ein Gemeinschaftsdomizil geworden, zum anderen finden kulturelle sowie auch private Veranstaltungen statt. Neben dem imposanten Gebäude befindet sich zudem eine Remise, in der landwirtschaftliche Geräte zu besichtigen sind.

Ausstattung & Merkmale

Eignung

für jedes Wetter

für Gruppen

für Familien

für Individualgäste

Senioren geeignet

Sprachkenntnisse

Deutsch

Sonstige Ausstattung/Einrichtung

WC-Anlage

Barrierefreies WC

Barrierefreier Zugang

Sonstiges

Parkplätze am POI vorhanden

Keine Bus-Parkplätze am POI vorhanden

Behinderten-Parkplätze am POI vorhanden

Keine überdachten Parkplätze am POI vorhanden

Bushaltestelle in der Nähe (max. 500 entfernt) vorhanden

Preise

Bei Kulturveranstaltungen ist der jeweilige Eintrittspreis zu beachten.

Anreise

Nieder Ochtenhausen ist ein Ortsteil der Stadt Bremervörde im nördlichen Landkreis Rotenburg (Wümme) und liegt ca. 7 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt. Der Kornspeicher befindet sich in der Mühlheimer Straße.

Anreise mit dem PKW:
Aus Bremerhaven folgen Sie der A 27 Richtung Bremen (Abfahrt Beverstedt) und der B 71 über Beverstedt und Basdahl nach Bremervörde.
Von Hamburg aus folgen Sie der A 26 und B 73 in Richtung Stade oder der A 1 in Richtung Bremen (Abfahrt Bockel) und dann der B 71 über Zeven und Selsingen nach Bremervörde.
Von Bremen und Hannover erreichen Sie Bremervörde über die A 27 in Richtung Bremerhaven (Abfahrt Ritterhude) und die B 74 (über Osterholz-Scharmbeck, Hambergen, Basdahl und Oerel).
Von Rotenburg (Wümme) folgen Sie der B 71 (über Zeven und Selsingen nach Bremervörde).
Ausgehend von der B 71 in Bremervörde erreichen Sie Nieder Ochtenhausen über die "Waldstraße" und die Straße "An der Chaussee".

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln:
Aus Richtung Cuxhaven und Bremerhaven fährt die Elbe-Weser-Bahn (EVB) nach Bremervörde. Aus Richtung Hamburg nehmen Sie die S-Bahn (S 3) von Hamburg Hbf nach Buxtehude. Dort steigen Sie in die EVB nach Bremervörde um. Nähere Infos zu den Bahnverbindungen erhalten Sie auf www.bahn.de

Ab Bremen oder Stade können Sie von Mai bis Oktober samstags, sonntags und feiertags den historischen Moorexpress nehmen, der gemächlich über die Dörfer fährt und in Bremervörde hält. Hierzu muss im Vorfeld ein Ticket gebucht werden. Nähere Infos zu der historischen Kleinbahn erhalten Sie auf www.moorexpress.de

Von Bremervörde aus erreichen Sie den Kornspeicher zu Fuß auf dem NORDPFAD Vörder See-Osteland oder mit dem Fahrrad auf dem Streckenverlauf der "Ostekultur-Route".

Außerdem gibt es verschiedene Busverbindungen die nach Bremervörde und von dort weiter nach Nieder Ochtenhausen führen. Weitere Infos hierzu finden Sie unter www.vnn.de.

Bilder

In der Remise sind landwirtschaftliche Geräte zu besichtigen

In der neben dem imponsanten Kornspeicher gelegenen Remise sind historische landwirtschaftliche Geräte zu besichtigen.

Weitere Informationen

Der Kornspeicher Nieder Ochtenhausen ist einer von drei Startpunkten für eine Rundwanderung auf dem NORDPFAD Vörder See-Osteland (20 km). Genießen Sie eine tolle Wanderung entlang der Oste und dem Vörder See.

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