Drachenkopf und Öl-Magie, Gestaltung: Stefan Niemeyer
Ingrid Krause
08.03.2021

Drachenkopf und Öl-Magie in der Manufaktur 

Der vergessene Zaubertrank

Im kleinen Godenstedt gibt es einen Müllermeister, der heißt Müller. Christian Müller. Und er stellt ganz viele gesunde und feine und leckere Öle her, die weitaus mehr sind als Bratfett oder Salattränke. Er presst Öle, die prima sind für Hirn, Haut oder Haar. Öl aus Hanf, der nicht High macht. Und manchmal holt er sich auch Drachenköpfe ins Haus. Ist da Magie im Spiel? Dem musste ich auf den Grund gehen.

Inhalt:
Christian Müller vor der Ölmühle
Christian Müller neben dem Fass vor der Ölmühle, auf dem die Wanderer eingeladen werden.

Verwurzelt und familiär

Christian ist ein Macher. Er macht, mit seiner Familie, praktisch alles selbst. Nachdem er hier aufwuchs, ist er beruflich erst unter anderem nach Mecklenburg-Vorpommern gegangen, um doch wieder in unsere schöne Region zurückzukehren. Hier widmet er sich beruflich ausschließlich dem Betrieb und privat dem Nachwuchs. Ihm zur Seite steht seine Familie, die aufgrund der steten Expansion unerlässlich ist.

Die Mühle liegt direkt am NORDPFAD Zwei Mühlen, der eigentlich umbenannt werden müsste in "Drei Mühlen". Die Wanderer sind bei ihm immer herzlich willkommen. Es gibt erfrischendes Wasser und - ihr wisst schon. Verkauft wird auch an die Wandersleute, aber nicht viel. 99% der Ware geht per Online-Bestellung in die gesamte Republik und das deutschsprachige Ausland. Dabei lohnt es sich, mit Christian und seiner Familie zu schnacken und vor Ort etwas über die magischen Produkte zu erfahren. Aber, warum eigentlich magisch?

Blick von oben auf die Ölpressen
Blick von oben auf die Maschinen, die gerade zwei verschiedene Öle pressen. Die Presskuchen werden aufgefangen.
Hanfpellets als Tierfutter
Hanfpellets sind die Presskuchen, die in der Ölpresse übrig bleiben, und eignen sich prima als Tierfutter.
Christian Müller an der Ölmühle
Christian kontrolliert die Maschinen, in denen gerade Hanföl und Johannisbeersamenöl gepresst werden.
Öl-Auswahl im Shop
Auswahl vier verschiedener Öle im Regal des Manufaktur-Ladens.
Hanfsaat im Lager der Ölmühle
Christian lässt die wertvolle Hanfsaat durch seine Hände rieseln. Ein tolles Produkt!
Christian an der Filteranlage
Christian Müller steht hinter der Kammer-Filterpresse, geeignet für alle Öle außer Leinöl.
Kleine alte Ölpresse
Mit dieser kleinen Ölpresse hat Christian Müller angefangen.
Christian Müller in seinem Shop
Christian Müller präsentiert ein Öl in seinem kleinen Laden auf dem Betriebsgelände.
Johannisbeersamen im Lager der Ölmühle
Ein Sack voller Johannisbeersamen wartet im Lager der Ölmühle darauf, gepresst zu werden.

Öl - flüssiges Gold

Salat wird mit Öl angemacht
Salat mit Möhren wird mit einem guten Öl erst richtig lecker.

Christian trennt das Öl, sein flüssiges Gold, von den Fasern und festen Bestandteilen in den Saaten. Es wird kalt gepresst, das ist ganz wichtig. Da es nicht erhitzt wird, bleiben alle Inhaltsstoffe bestmöglich enthalten. Es erreicht, je nach Sorte, unterschiedliche Temperaturen, durchschnittlich aber rund 40 Grad. Somit ist es auch für Rohköstler geeignet.

Je nach Saat ist die Ausbeute sehr unterschiedlich: Bei Hanf liegt die Öl-Ausbeute beispielsweise bei 22%, bei Johannisbeersamen sind es nur 7%. Beides wurde gerade gepresst, als ich Christian besucht habe.

Viele der Saaten werden nicht an Endkunden verkauft, da arbeitet Christian als Lohnunternehmer. Denn oft geht das Ergebnis in die Kosmetikbranche. Was er nicht schon alles durch die Presse gejagt hat: Himbeersamen, Pistazien, Granatapfelsamen (die sollen auch gut gegen das Altern sein) und vieles mehr.

 

Presskuchen - wertvolle Kraftprotze

Christian zeigt die Hanfpellets
Hanfpellets, ein Abfallprodukt in der Ölproduktion mit einem hohen Nährwert, werden als Pferdefutter verkauft.

Nach dem Pressen des Öls bleibt der sogenannte Presskuchen übrig. Bei den meisten Saaten ist dieser voller Eiweiß, besonders Hanf eignet sich hervorragend als Proteinquelle. Es gibt also keinen Abfall. Die weitere Nutzung der Presskuchen ist besonders für die Tierfütterung oder für super gesunde Mehle für die menschliche Ernährung geeignet. 

Beides habe ich ausprobiert: Mit Presskuchen aus der Leinsaat habe ich ein Pferd, und mit dem proteinreichen Hanfmehl meine Muckis gefüttert. 

Die Ölmühle - der Film

Christian erzählt von seinem Leben und dem Handwerk. Und von seiner Entdeckung des Drachenkopföls. Na gut, das gibt es schon ganz lange, und man kann es auch aus deutschen Ölmühlen erwerben. Er hat es aber für sich entdeckt. Und für uns. Ein tolles Zeug, das Lallemantiaöl aus dem Ölziest, wie der Iberische Drachenkopf auch heißt. Aber seht selbst, was er zu berichten hat!

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Drachenkopföl - ein neuer Held in Küche und Kosmetik?

Öl-Auswahl für ein Tasting
Vergleich und Tasting von vier verschiedenen handwerklich produzierten Bio-Ölen.

Ich habe meine Küche zum Geschmacks- und Testlabor erklärt und vier Öle für euch gegeneinander antreten lassen. Die Challenge beginnt! Ins Rennen gehen zwei Produkte der Ostseemühle und zwei aus der Ölmühle Godenstedt.

Walnussöl

  1. Preis (100 ml): 7,50 €
  2. Geschmack: *****
  3. Gesundheit (Omega 3-Bilanz): *
  4. Hautpflege: zieht gut ein, gut bei rissiger Haut
  5. Haltbarkeit: **
  6. Nachhaltigkeit: Regionaler Anbau möglich (auch in den benötigten Mengen?)

Hanföl

  1. Preis (100 ml): 7,00 €
  2. Geschmack: **
  3. Gesundheit (Omega 3-Bilanz): **
  4. Hautpflege: antimikrobiell
  5. Haltbarkeit: **
  6. Nachhaltigkeit: Regionaler Anbau möglich

Drachenkopföl

  1. Preis (100 ml): 6,95 €
  2. Geschmack: ***
  3. Gesundheit (Omega 3-Bilanz): *****
  4. Hautpflege: zieht gut ein, soll gut gegen das Altern sein
  5. Haltbarkeit: ***
  6. Nachhaltigkeit: Regionaler Anbau möglich, supertolle Pflanze

Leinöl

  1. Preis (100 ml): 4,95 €
  2. Geschmack: **
  3. Gesundheit (Omega 3-Bilanz): ****
  4. Hautpflege: regenerierend und mehr
  5. Haltbarkeit: *
  6. Nachhaltigkeit: Regionaler Anbau möglich

Und der Sieger ist? Na ja, es kommt darauf an, wie immer im Leben. Aber das Drachenkopföl ist dann mein absoluter Held, wenn ich es direkt bei Christian Müller kaufen kann, was im nächsten Jahr der Fall sein soll. Und das ganz besonders, wenn der Iberische Drachenkopf in der Region angebaut wird. Schon aufgrund der besseren Haltbarkeit würde ich es dem Leinöl vorziehen, und da das Öl sehr mild schmeckt sowie andere Geschmäcker unterstreichen soll, bringe ich den Flavour weiter durch allerlei Gewürze in die Speisen. So brauche ich nur noch ein Öl für die kalte Küche. Und wenn sich das Öl als Jungbrunnen entpuppt, innerlich und äußerlich, dann kann man doch wirklich von Magie sprechen. 

Panoramaufnahme der Produktionshalle
Im Panorama sind die Ölpressen und ein weiterer Teil der Produktionshalle zu sehen.
Rosella, das Pferd

Tolle Leckerlis, diese Leinölsticks. Und mein Fell glänzt gleich viel mehr. In Keksen gebacken wären die aber noch viel toller, mit Sellerie und Äpfeln. Die mag ich am allerliebsten. 

– Rosella hat gewiehert


Tipps & Wissenswertes

Lagerung und Haltbarkeit von Öl

Praxis-Tipp!

Was Öl gar nicht mag? Wärme, Licht und Sauerstoff. Öl sollte daher immer kalt und dunkel gelagert werden, am besten im Kühlschrank. Die Flaschen sollten dabei so kurz wie möglich geöffnet und direkt wieder verschlossen werden.

Aus meiner Erfahrung sind Ölflaschen oft zu groß. Gerade besondere Öle verwende ich ja nicht dauernd, besonders dann, wenn ich mehrere zur Auswahl habe. Daher habe ich vom Hanf- und Walnussöl die kleinste Flaschengröße gekauft.

Das Haltbarkeitsdatum bezieht sich auf das ungeöffnete Öl. Ab Öffnung der Flasche ist das Öl nach Angabe von Christian rund 4-6 Wochen haltbar, wobei die Lagerung auch hier eine Rolle spielt. Oft wird es dann nicht direkt schlecht, sondern im Fall von Leinöl (das man übrigens einfrieren kann) unangenehm bitter. Ich habe Öle schon über viele Monate verwendet, und kein Problem festgestellt. "Mindestens haltbar" heißt ja auch nicht "tödlich nach". Ich vertraue ganz auf meine Sinne. Riecht es ranzig? Bitter? Schmeckt es noch? Viele Lebensmittel sind sehr viel länger genießbar als man denkt.

In einer anderen Quelle habe ich folgende Angaben dazu gefunden:

  • Öle, die reich an Omega 3 sind = 4 Wochen haltbar nach Öffnung
    Leinöl, Hanföl, Chiaöl ...
  • Öle, die reich an Omega 6 sind = 3 Monate nach Öffnung
    Sonnenblumenöl, Maiskeimöl, Distelöl ...
  • Öle, die reich an Omega 9 sind = 9 Monate nach Öffnung, lichtgeschützte Aufbewahrung im Schrank reicht
    Olivenöl, Avocadoöl ...
  • Öle reich an gesättigten Fettsäuren = Haltbarkeit siehe Angabe auf dem Etikett, Aufbewahrung lichtgeschützt im Schrank
    Kokosöl, Palmöl ...

Hanf-Pizza-Rezept

Genuss-Tipp!

Pizza mit Hanfmehl und Hanföl
Pizza mit Hanfmehl und Hanföl im Teig, belegt mit Schmand, Rote Beete und mehr.
Scharfe Hanf-Pizza
Pizza mit Hanfmehl und Hanföl im Teig, belegt mit Paprika, scharfer veganer Wurst und mehr.

Diese Pizza wird mit Hanföl und Hanfproteinpulber hergestellt. Natürlich aus Nutzhanf, eine Space Pizza ginge anders. Ich habe zweierlei Pizzen aus einem Teigrezept gemacht, das ich von der Seite der Ölmühle übernommen habe. Dem Mann und mir hat das zwei Tage gereicht, für uns waren das vier üppige Portionen.

Der Teig

  • 350 Gramm Dinkelmehl Typ 650
  • 40 Gramm Hanfprotein
  • 25 Gramm Hanföl
  • 1 TL Salz
  • 1 Päckchen Trockenhefe (sonst einen halben Würfel Frischhefe)
  • 1 Prise Zucker
  • 200 ml lauwarmes Wasser

Da ich Trockenhefe genommen habe, kann einfach alles zusammen in die Schüssel gegeben und so lange geknetet werden, bis ein geschmeidiger Teig entsteht, der nicht mehr klebt. Im Rezept stand nichts von einer Gehzeit, ich habe den Teig aber eine halbe Stunde an einem warmen Ort gehen lassen. Nur, dass nichts merklich passierte. Der Teig ging später nicht wirklich auf, aber schmeckte als Pizzateig trotzdem super lecker und gehaltvoll.

Den Teig habe ich geteilt und auf einem Backblech mit den Händen zu einem phantasievollen Gebilde geformt.

Topping 1: Feuerspucker

Sauce 

  • Tomatenpassata
  • Tomatenmark
  • Tabasco
  • Majoran
  • Thymian
  • Pfeffer
  • Salz
  • Rauchpaprika
  • Liquid Smoke

Belag

  • Gelbe und rote Paprika
  • Scharfe Pepperonchini
  • Selbstgemachte scharfe vegane Seitan-""Wurst" (ihr könnt auch einfach schwarfe Salami nehmen)
  • Zwiebeln
  • Vintage Cheddar
  • Fetakäse
  • Majoran

Topping 2: Frisch & Fett

Sauce

  • Schmand
  • Schuss Zitronensaft
  • Salz
  • Pfeffer

Belag

  • Scheiben von einem kleinen Apfel, mit Zitronensaft beträufelt
  • Kleine Rote Bete (püriert)
  • Zwiebeln
  • Röstzwiebeln
  • Vintage Cheddar
  • Fetakäse

Beide Toppings habe ich mir selbst ausgedacht. Manche der Zutaten waren ganz einfach da, ich bin diesbezüglich immer recht spontan. Mir persönlich hat die Pizza mit Schmand, die damit etwas von Flammkuchen hatte, sogar noch besser geschmeckt als die scharfe Variante. Na ja, bei dem hohen Fettanteil ... Immerhin war der Teig gesund, voller Protein. Apfel und Rote Bete sind ja auch gesund, und immer ein gutes Team.

Naturkosmetik selber machen

Schönheits-Tipp!

Viele Öle eignen sich sehr gut für kosmetische Zwecke. Bio-Qualität ist hier noch einmal ganz besonders wichtig. Und das Wissen, dass - bspw. beim Arganöl - nichts manipuliert wird. Auch von Olivenölen hörte man ja schon, dass manche gepanscht werden. Das wird euch hier nicht passieren. Ich experimentiere immer mal wieder mit der Herstellung von Ölen und Cremes. Mein Tipp: Stelle nur kleine Mengen her. Fast immer sind die im Web vorgestellten Mengen viel zu groß, und die Produkte halten sich dann ja nicht ewig, so ganz ohne Konservierungsstoffe. Starte mit kleinen Mengen.

Ganz viele Rezepte gibt es auf der Seite Smarticular. Auf einer sind verschiedene Öle mit ihren Eigenschaften für die Haut beschrieben. Ich habe die Chance genutzt, bei Christian richtig gutes Walnussöl zu kaufen. Einmal für den Salat, einmal für meine Haut. Das mische ich mit anderen Ölen und einigen Tropfen Limettenöl, selbstverständlich auch in guter Bio-Qualität. Das Öl nutze ich nicht für mein Gesicht, bislang habe ich mich noch nicht getraut. Obwohl eine Bekannte - in meinem leicht fortgeschrittenen Alter und mit einer super tollen Haut - darauf schwört, nichts anderes als Kokosöl für ihr Gesicht zu nehmen.

Mein persönliches Körperöl:

  • 2 Teile Sonnenblumenöl
  • 1 Teil Mandelöl
  • 1 Teil Walnussöl
  • einige Tropfen ätherisches Limettenöl (so viel dass es gut riecht, aber nicht zu hoch dosieren!)
  • Ausblick: Für die reifere Haut kommt da sicher bald Arganöl hinzu.

Eine schöne wärmende Fußcreme kannst du übrigens mit Ingwer und Apfel machen. Das war mein letztes Experiment, als es so winterlich kalt war. Tut auch den Händen gut, die hat sozusagen "Hand und Fuß".

Einige Öle eignen sich auch für die Mundpflege, zum Ölziehen. Ich konnte mich daran bisher nicht gewöhnen, aber vielleicht tut es dir ja gut. Und wenn du keine Zahnpasta mehr hast? Dann geht auch ein wenig Kokosöl zusammen mit Natron, welches du ja eh im nachhaltigen DIY-Haushalt haben solltest. Mit ein wenig zusätzlicher Stärke wird die Zahnpasta fix zur Deocreme. Zahnpasta und Deocreme habe ich allerdings noch nicht ausprobiert. 

Viele Öle kannst du auch als Haaröl verwenden, beispielsweise Kokos, Argan, Walnuss oder Sonnenblume. Vor allem bei trockenen Spitzen kann das helfen, nach dem Waschen können 2-3 Tropfen in die Haarspitzen massiert werden. Oder, du verteilst das Öl flächiger vor dem Haarewaschen und lässt es eine Weile einwirken. Mehr als ein Öl - oder mehrere gemischt - benötigst du nicht.

Die besten Omega 3-Lieferanten

Gesundheits-Tipp!

Ich beschäftige mich gerade sehr mit meiner Ernährung, insbesondere mit dem Thema Omega 3. Unter anderem ist das gut für die Gelenke, da Omega 3-Fettsäuren entzündungshemmend wirken. Und zum Wandern oder Radeln durch die Region brauche ich meine Gelenke ja in bestem Zustand. In welchen pflanzlichen Lebensmitteln finden wir besonders viel davon?

Algen ...

sind die besonders naheliegende Antwort. Denn im Fisch reichern sich die Omega 3-Fettsäuren nur an, weil sie Mikroalgen fressen. Warum nicht also gleich, ohne den Umweg über Fisch, Omega 3 über Algen zu sich nehmen? Für mich ist das nur ein Weg, da man beim Direktverzehr auch den Jodgehalt im Auge behalten muss, und ich Algen nicht ständig essen möchte. Eine Alternative ist Algenöl, das als Nahrungsergänzungsmittel angeboten wird.

Die Mikroalge Spirulina wird übrigens auch in in Rockstedt gezüchtet. Ansonsten wäre auch CrowdFarming eine Lösung für alle, die mehr (Makro-)Algen essen möchten, aber gerne wissen woher diese kommen. Zum Beispiel aus Spanien, in Bio-Qualität.

Pflanzenöle ...

sind die zweite Antwort. Und hier ist ganz entscheidend, dass das Verhältnis von Omega 3- zu Omega 6-Fettsäuren stimmt. Ich erkläre das nicht im Detail, das kannst du wunderbar und sehr, sehr ausgiebig googeln. Ist halt wichtig, Punkt. Hanföl wird immer damit gerühmt, dass das Verhältnis von einem Teil Omega 3 zu drei Teilen Omega 6 optimal ist. Das mag auch sein, nur nehmen wir über andere Öle und Lebensmittel schon viel mehr Omega 6-Fettsäuren auf. Wenn wir also nicht nur Hanföl konsumieren, dann stimmt für mich die Rechnung nicht mehr. Ich bin also auf der Suche nach einem Öl, das einen deutlichen Omega 3-Überschuss bietet. Dies ist das Ergebnis meiner Recherche (die Zahlen mit Ausnahme des Drachenkopföls habe ich von der Seite vitalarzt-marquardt.de):

Anteile Omega 3 (Alpha-Linolensäure) / Omega 6 (Linolsäure) = Verhältnis

  • Iberisches Drachenkopföl - mein neuer Held in der Küche!?
    60 % (und mehr) / 15 % = 4:1
    Spitzenreiter beim Thema Omega 3!
  • Leinöl
    52,8 % / 14,3 % = 3,7:1
    Durch das bessere Preis-/Leistungsverhältnis wohl weiterhin meine Wahl, aber nur noch in feinster Qualität.
  • Hanföl
    22 % / 56 % = 1:2,5 (in anderen Quellen geht man von 1:3 aus)
    Unterschiedlich ist zu lesen, dass das Verhältnis 1:3 bis 1:5 optimal sei. Wie schon angemerkt nehmen wir bspw. über Sonnenblumenöl oder andere Nahrung anteilig bereits zu viel Omega 6 zu uns, weshalb ich das Hanföl nicht als die beste Omega-Quelle erachte.
  • Walnussöl
    12,2 % / 52,4 % = 1:4,3
    Ist halt richtig lecker ...
  • Rapsöl
    8,58 % / 14,95 % = 1:1,7

Öl-Presskuchen als Tiernahrung

Leckerli-Tipp!

Rosella, das Pferd
Rosella, das Pferd
Ross und Reiter
Spielfiguren vom Pferd und dessen Reiter werben für die Pellets, die als Tierfutter verkauft werden.
Hund Leila auf der Wiese
Schwarzkümmelöl schützt Leila auf der Wiese vor Zecken.

Leinsamen und Hanf - heimisches Superfood für alle Geschöpfe

Die Presskuchen von Lein- und Hanfsaat werden in Form von Sticks ebenfalls verkauft, auch in kleinen Mengen. Viel Protein, Omega 3- und Omega 6-Fettsäuren und andere gesunde Inhaltsstoffe wie Ballaststoffe und Mineralien machen die Lein- oder Hanfsticks zu einem Superfood, ebenso wie das Öl selbst. Sie sollen nicht nur die Verdauung fördern und gut für das Immunsystem sein, sondern auch Haut und Fell schön machen. Gerade bei älteren Tieren helfen die Pellets, um das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Und während des Fellwechsels ist eine Verfütterung besonders angebracht. 

Das Deko-Pferd im Verkaufsraum erinnerte mich an unser Familienpferd, für das ich gleich mal einen Sack gekauft habe. Vielleicht mahle ich die auch und verbacke sie in leckeren Pferdekeksen, zusammen mit Haferflocken, Wasser, Möhren und Äpfeln. Yummy!

Dosierung als Tierfutter

Bei der Recherche bin ich auf unterschiedliche Werte gestoßen. Grob scheint diese Dosierung passend für beide Pellet-Sorten - im Zweifel nehmt lieber etwas weniger:

  • Pferde: 10-15 Gramm je 100 kg täglich
  • Hunde: 8-10 Gramm je 10 kg täglich
  • Katzen und Kaninchen:  2-3 Pellets 3-4-mal wöchentlich
  • Meerschweinchen:  1-2 Pellets 2-3-mal wöchentlich
  • Mäuse: ½ bis 1 Pellet 1-2-mal wöchentlich
  • Menschen: ein kleines bisschen täglich ins Müsli geben

Bei der Fütterung sollte man unbedingt auf ausreichend Flüssigkeit achten!

Natürlich könnt ihr auch das reine Öl zum Futter geben. Das ist aber, denke ich, eine ganz schön teure Angelegenheit. Jedenfalls bei einem 600 kg-Pferd.

 

Drachenkopföl bei Hipposport

https://www.hipposport.de/URKRAFT-Ergaenzungsfutter-DRACHENKOPFOeL-fuer-Pferde-1l?googlede=1

Unschlagbar günstig für 25,00 €/Liter!!! Kalt gepresst, pestizidfrei, aber kein Bio: Version für alle, die Kosmetik in größeren Mengen herstellen möchten?

Schwarzkümmelöl gegen Zecken?

Ich habe mal gehört, dass Schwarzkümmelöl gegen Zecken helfen soll.

Meine Recherche im Web hat kein eindeutiges Ergebnis ergeben. Und auch Christian war mit der Behauptung vorsichtig. Scheinbar hilft es bei Hunden, wenn man es ins Futter gibt (ich habe keine Ahnung, wie lange und wie viel), oder wenn man den Hund vor dem Spaziergang damit einreibt. Ein teures Vergnügen. Läuft man mit Shorts durch Wiesen, kann es vielleicht auch nicht schaden sich selbst die Waden damit einzureiben. Ich kann mir aber denken, dass es bessere und günstigere Möglichkeiten gibt.

Hast du Erfahrung damit? Dann schicke mir gerne eine E-Mail!

Nachtrag aus dem September:
Beim Tag des Wanderns habe ich eine Dame kennen gelernt, die täglich einen kleinen Esslöffel Schwarzkümmelöl von Christian isst. Wegen der Zecken, mit denen sie immer Last hatte. Seitdem, ist sie fest überzeugt, hat sich das Zecken-Martyrium deutlich verbessert. Es könnte also doch was dran sein.

Nachhaltige regionale Landwirtschaft

Klima-Tipp!

Je mehr biologisch angebaute hoch qualitative Saaten und Nüsse für die Ölproduktion regional angeboten werden, desto besser ist dies für den Klimaschutz und die Wertschöpfung in der Region. Vielleicht ist es eine Chance für den ländlichen Raum, hier auf Nischen zu setzen?

Christian bezieht seine Rohware so regional wie möglich, und ist bereits mit Landwirten im Gespräch, die eventuell Flachs und Nutzhanf anbauen möchten. Wenn die Qualität stimmt, dann könnte hier ein Schritt weiter in Richtung Regionalität gegangen werden. Früher wurde auch der Iberische Drachenkopf in unseren Breiten angebaut, heute bezieht zum Beispiel die Ostseemühle die Drachenkopfsamen aus Mecklenburg-Vorpommern. Es wäre doch klasse, wenn sich hierfür ebenfalls ein Landwirt in der Nähe von Rotenburg (Wümme) finden würde! Und Walnüsse oder Raps könnten ja eigentlich auch von hier kommen, oder? Hier sind schon mal einige Daten und Fakten für die Bio-Landwirtschaft, die sicher interessant sind. Denn der Drachenkopf ist eine wunderbare Pflanze. Schnell wachsend, so dass sie Unkraut unterdrückt. Eine wahre Bienenweide und geeignete Zwischenfrucht, und so weiter ...

Übrigens: Die Wesermühle aus Niedersachsen hat ebenfalls viele Lieferanten aus der Region. Sie ist die einzige vergleichbare Ölmühle in der Region. Etwas kleiner ist die Ölmühle Scheeßel.


Christian Müller im Portrait
Portrait von Christian Müller vor seinen Ölpressen.

5 Fragen an ...

  1. Kommst du gebürtig aus dem Landkreis Rotenburg (Wümme)?
    Ja, aus Godenstedt
  2. Was ist dein persönlicher Lieblingsort im Landkreis?
    Bei uns Zuhause in Godenstedt bei meiner Tochter Luise und meiner Frau Tanja
  3. Was schätzt du an den Menschen in der Region besonders?
    Die Gelassenheit und den Humor.  
  4. Was macht die Region lebens- und liebenswert? 
    Die schöne Natur aber auch Nähe zu den „Metropolen“ Hamburg und Bremen. Auch ist es nur ein Katzensprung an die Nordsee...
  5. Bist du eher Team Aktiv, Natur, Kultur oder Auszeit?
    Ich freue mich, wenn ich mal eine Auszeit nehmen kann, und fahre (wenn Zeit ist) gerne an die Oste zum Angeln. 

Ölmühle Godenstedt

Schulstraße 16
27404 Godenstedt
Tel: 04281 956672
E-Mail: info@oelmuehle-godenstedt.de

Ölmühle und Online-Shop

Ausgewählte Highlights rund um Godenstedt

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    Wir haben mittwochs bis sonntags von 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr für Sie geöffnet. Von 17:00 bis 20:00 Uhr bieten wir einen Ausser-Haus-Verkauf an. Eine letzte Bestellung ist um 19:45 Uhr möglich oder solange Vorrat eben reicht.

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